Kompressionstherapie

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Was ist Kompressionstherapie?

Wer kennt sie nicht, die „schicken“ fleischfarbenen Gummistrümpfe. Gott sei Dank gibt es heute viel mehr Auswahl und es gibt die Strümpfe in vielen modischen Farben – sogar mit eleganten Bündchen. Sie sind angenehm zu tragen und sehr hautfreundlich. Doch was bewirken diese Strümpfe eigentlich und wann werden sie eingesetzt? 

Ihren Einsatz finden sie in der Kompressionstherapie. Dabei handelt es sich um eine Behandlungsmethode, die häufig von Venenärzten eingesetzt wird. Durch den äußeren Druck fördert sie im Venensystem den Abfluss des Blutes Richtung Herz, da die Fließgeschwindigkeit des Blutes gesteigert wird. Bei den meisten Patienten erfolgt die Behandlung mithilfe von medizinischer Kompressionsbekleidung wie Strümpfen, Strumpfhosen oder Armstrümpfen. Ziel der Kompressionstherapie ist es, die Blutzirkulation zu fördern. Neben Kompressionsstrümpfen und den bereits genannten Produkten gibt es auch weitere Produkte.

So können auch…

  • Mieder
  • Radlerhosen
  • Leggings
  • Wadenstrümpfe
  • Halb- und Schenkelstrümpfe
  • Narben Kompressionsbandagen

…bei einer Kompressionstherapie zum Einsatz kommen. 

Zusätzlich gibt es spezielle Kompressionsstrümpfe zur Behandlung von Ulcus cruris und auch Apparate, die Kompressionstherapie unterstützen. 

Zum Einsatz kommt die Kompressionstherapie zum Beispiel bei einer Erkrankung des Venen- oder Lymphsystems. Hierzu zählen

  • Krampfadern
  • Venenschwäche
  • eine Fettverteilungsstörung

Die Therapieform wird außerdem vorbeugend bei einer Venenthrombose angewendet.

Unterschieden wird zwischen einer phlebologischen und einer lymphologischen Versorgung. Im ersten Fall ist die Venenerkrankung heilbar und kann entsprechend behandelt werden. Im zweiten Fall arbeiten die Lymphgefäße nicht richtig und es kommt zu einer Lymphstauung. Diese Erkrankung ist leider nicht heilbar, kann aber trotzdem behandelt werden, um mögliche Schmerzen zu lindern.

Für die unterschiedliche Versorgung, werden unterschiedliche Kompressionsstrümpfe verwendet.

Bei der phlebologischen Versorgungen kommen rundgestrickte, nahtlose Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Es gibt keinen Unterschied bezüglich der Anzahl der Maschen und die Strümpfe haben eine leicht durchscheinende Struktur. Die Möglichkeit unterschiedlicher Formen ist durch die Herstellungstechnik begrenzt. So kann die Passform in einigen Fällen nicht optimal sein. Es kann auch zu Einschnürungen oder zum Verrutschen der Strümpfe kommen. Dies kann vor allem bei adipösen Patienten oder Menschen mit Weichteildefekten, Wülsten, Überhängen oder großen Umfangssprüngen der Fall sein. Dann sollte geprüft werden, ob eine lymphologischen Versorgung passender ist.

Bei dieser Versorgung sind die Strümpfe flach gestrickt und sie weisen mindestens eine Naht auf. Sie können auch anspruchsvollere Oberflächentopographien wie die genannten Wülste und Ähnliches einfassen. Die Kompressionsstrümpfe bestehen aus unterschiedlichen Teilen. Ein Messen ist nur in gestautem Zustand möglich. 

Die meisten Patienten, nämlich ungefähr 85 %, erhalten eine phlebologische Versorgung. Die lymphologische Versorgung ist mit 15 % weniger häufig notwendig. 

Neben diesen unterschiedlichen Versorgungsarten sind Kompressionsstrümpfe in verschiedene Kompressionsklassen eingeteilt, die sich anhand ihrer Druckwerte unterscheiden. Welcher Strumpf wann eingesetzt wird, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab. 

Bei einem leichten Krampfaderleiden ohne wesentliche Wassereinlagerungen kommt eine mäßige Kompression zum Einsatz. Diese können auch bei Krampfadern während der Schwangerschaft oder vorbeugend getragen werden. 

Bei stärkeren Beschwerden hilft eine mittelkräftige Kompression. Zu diesen Beschwerden zählen unter anderem Krampfadern, die mit leichten Wassereinlagerungen einhergehen.

Ist die Neigung zu Wassereinlagerungen größer, kommen kräftigere Kompressionen zum Einsatz. Diese werden zum Beispiel bei sekundären Krampfadern, die durch eine Abflussbehinderung entstehen, verwendet.

Die höchsten Druckwerte weisen Strümpfe mit extrakräftiger Kompression auf, die bei Lymphödemen wie Elephantiasis getragen werden. Bei Elephantiasis handelt es sich um die schwerste Form des Lymphödems, bei dem Arme oder Beine voluminös ausgeprägt sind.

Die Strümpfe zur phlebologischen Versorgung werden aus hochelastischem Garn hergestellt. Meist besteht dies aus Elasthan und wird von einem nicht elastischen Garn wie Baumwolle oder Mikrofaser umwickelt. Nach einer Lagerung, die der Stabilisierung des Garns dient, wird das fertige Garn in der Strickmaschine ohne Naht gewoben. Um die Qualität zu gewährleisten, wird die Herstellung ständig kontrolliert. 

Anschließend werden Abschlussband und Fußspitze von Hand angenäht und der Strumpf wird zur Formung auf eine normierte Beinform gespannt. Hier ruhen die Strümpfe eine Zeit lang, um ihre Form zu erhalten. Gleichzeitig werden sie mit Dampf auf die anschließende Färbung vorbereitet. Nach dem Färben wird die Form der Strümpfe durch eine erneute Formung stabilisiert. 

Nach einer Endkontrolle sind die Strümpfe fertig und sie stehen den Patienten zur Verfügung. 

Neben zahlreichen Kontrollen während und nach der Herstellung unterliegen Kompressionsstrümpfe weiteren strengen Qualitätsnormen. Die Qualitätsanforderungen und die Kontrollbedingungen sind festgelegt und werden von einer neutralen Institution überprüft. Auch die Lieferbedingungen sind einheitlich festgelegt und präzisiert. Zudem ist vorgeschrieben, dass Kompressionsstrümpfe RAL geprüft sein müssen. Die medizinische Wirkung wird durch die Gütebestimmung, die konstruktive Merkmale und die Eigenschaften hinsichtlich Elastizität und Kompression festlegt, garantiert. Außerdem müssen die Kompressionsstrümpfe in zwei Richtungen elastisch sein und einer CCL, also einer bestimmten Schweregradstufe, zugeordnet sein. 

Sollten Sie auf Kompressionsbekleidung angewiesen sein, sollten Sie darauf achten, dass diese korrekt angepasst ist und gut sitzt. Sonst kann sie Ihre Haut verletzen und Ihre Nerven schädigen. Sie sollten sich hier am besten von einem Experten beraten lassen.

Übrigens: Haben Sie sich schon immer gefragt, wo der Unterschied zwischen Stützstrümpfen, Thrombosestrümpfen und Kompressionsstrümpfe liegt? 

Das ist ganz einfach:

  • Stützstrümpfe haben nur eine einfache Kompression und werden von Menschen mit gesunden Venen getragen. So können sie schweren und müden Beinen durch längeres Stehen oder Sitzen vorbeugen. 
  • Thrombosestrümpfe kommen vor allem in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen zum Einsatz, da sie bei frisch operierten Patienten eine Thrombose verhindern sollen.

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